Schichtbetrieb und Photovoltaik — Eigenverbrauch berechnen
Ob sich eine Photovoltaikanlage auf Ihrer Produktionshalle rechnet, entscheidet sich am Schichtplan. Für Gebäudeanlagen bis 100 kW, die seit dem 1. August 2026 in Betrieb gehen, liegt die Vergütung für Teileinspeisung bei 5,44 ct/kWh. Ihr gewerblicher Bezugspreis beträgt ein Vielfaches davon. Der entscheidende Hebel ist damit weder die Dachfläche noch der Modultyp, sondern die Frage, wie viel des erzeugten Stroms im Haus bleibt — und diese Frage beantwortet Ihr Betriebszeitenmodell.
Dieser Artikel ordnet ein, wie Ein-, Zwei- und Dreischichtbetrieb auf die Eigenverbrauchsquote wirken, welches Modell im Sommer und welches im Winter die bessere Deckung liefert, warum Samstagsbetrieb und Betriebsferien in der Kalkulation regelmäßig untergehen und wie Sie aus dem Schichtplan eine sinnvolle Anlagengröße ableiten. Am Ende steht die Frage, bei welchem Modell ein Speicher trägt — und bei welchem das Geld besser in zusätzliche Module fließt.
Warum im Gewerbe allein die Eigenverbrauchsquote zählt
Jede erzeugte Kilowattstunde hat zwei mögliche Werte. Bleibt sie im Betrieb, ersetzt sie eine Kilowattstunde Netzbezug und ist so viel wert wie Ihr voller Bezugspreis — Arbeitspreis, Netzentgelt, Umlagen und Stromsteuer zusammengenommen. Geht sie ins Netz, bringt sie 5,44 ct. Die Differenz zwischen beiden Werten ist der eigentliche Ertrag der Investition.
Ein Hinweis zur Einordnung: Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass eine geplante Erhöhung um 1,5 ct/kWh in den aktuellen Sätzen nicht enthalten ist und erst nach beihilferechtlicher Genehmigung durch die EU-Kommission wirksam wird. Ab 100 kW installierter Leistung greift zudem die Direktvermarktungspflicht; die genannten Sätze gelten für Anlagen bis zu dieser Grenze. An der Grundaussage ändert beides nichts: Einspeisen ist im Gewerbe die schlechtere der beiden Verwendungen.
Rechenbeispiel — die Zahlen sind ein Beispiel, kein Angebot. Eine Anlage mit 100 kWp erzeugt in Rheinhessen erfahrungsgemäß etwa 95.000 kWh im Jahr. Als Annahme setzen wir einen gewerblichen Mischpreis von 22 ct/kWh an — dieser Wert ist frei gewählt und schwankt je nach Vertrag, Abnahmemenge und Netzebene erheblich; nehmen Sie für Ihre eigene Rechnung den Wert aus Ihrer Jahresabrechnung.
- Bei 55 % Eigenverbrauch: 52.250 kWh sparen 11.495 € Bezugskosten, 42.750 kWh bringen 2.325 € Einspeisevergütung. Zusammen rund 13.820 € im Jahr.
- Bei 80 % Eigenverbrauch: 76.000 kWh sparen 16.720 €, 19.000 kWh bringen 1.034 €. Zusammen rund 17.754 € im Jahr.
Gleiche Anlage, gleiches Dach, gleicher Ertrag — und knapp 3.900 € Unterschied pro Jahr, allein aus der Frage, wann im Betrieb Strom gebraucht wird. Anders gerechnet: Jede Kilowattstunde, die Sie von der Einspeisung in den Eigenverbrauch verschieben, ist unter diesen Annahmen 16,56 ct wert. Das ist die Zahl, an der sich jede Überlegung zu Schichtzeiten, Lastverschiebung und Speicher messen lassen muss.
Ein-, Zwei- und Dreischichtbetrieb im Vergleich
Für den Vergleich hilft ein Blick auf das Erzeugungsfenster über das Jahr. Im Dezember liefert eine Anlage in Rheinhessen nennenswerte Leistung nur zwischen etwa neun und sechzehn Uhr, und auch dann auf niedrigem Niveau. Im Juni beginnt die Erzeugung kurz nach sechs und endet erst nach zwanzig Uhr. Das Fenster ist also nicht nur unterschiedlich ertragreich, sondern auch unterschiedlich breit — daran entscheidet sich, welches Schichtmodell wie gut passt.
Einschichtbetrieb, etwa 6 bis 15 Uhr
Im Winterhalbjahr ist die Deckung nahezu lückenlos. Das schmale Erzeugungsfenster von neun bis sechzehn Uhr liegt fast vollständig innerhalb der Schicht, und weil die Erzeugung an einem trüben Januartag deutlich unter der Hallenlast bleibt, geht praktisch nichts ins Netz. Nur: Der Dezember und der Januar liefern zusammen einen kleinen Bruchteil des Jahresertrags. Die gute Deckung betrifft also die Monate, in denen es wenig zu decken gibt.
Im Sommer kehrt sich das Bild um. Die Schicht endet um fünfzehn Uhr, die Anlage läuft weiter bis in den Abend — und zwar in den ertragsstärksten Stunden des Jahres. Was danach noch produziert wird, geht mit 5,44 ct ins Netz. Bei einer Anlage, die auf die Werktagsmittagslast ausgelegt ist, landen Einschichtbetriebe ohne Speicher deshalb typischerweise bei Eigenverbrauchsquoten im mittleren Bereich. Der Verlust konzentriert sich auf wenige Stunden weniger Monate — das macht ihn planbar.
Zweischichtbetrieb, etwa 6 bis 22 Uhr
Das ist die beste Deckung, die ohne Batterie zu haben ist. Das Betriebsfenster umschließt das Erzeugungsfenster ganzjährig vollständig: Im Winter läuft die Schicht lange vor Sonnenaufgang an und weit über Sonnenuntergang hinaus, im Sommer fängt die Spätschicht genau jene Nachmittags- und Abendstunden auf, die beim Einschichtbetrieb ins Netz gehen. Solange die Anlagenleistung die mittägliche Betriebslast nicht deutlich übersteigt, wird an Werktagen faktisch der gesamte Solarstrom direkt verbraucht.
Wo dieses Modell verliert, ist am Wochenende. Wenn Samstag und Sonntag stillstehen, gibt ein Zweischichtbetrieb zwei von sieben Erzeugungstagen an die Einspeisung ab — und die beiden Tage schlagen im Sommer voll durch. Die Werktagsdeckung ist so gut, dass sich die Optimierung fast vollständig auf Wochenende und Betriebsruhe verlagert.
Dreischichtbetrieb, durchgehend
Hier lohnt es, zwei Kennzahlen zu trennen, die gern vermischt werden. Die Eigenverbrauchsquote sagt, welcher Anteil des erzeugten Solarstroms im Betrieb bleibt; der Autarkiegrad, welcher Anteil Ihres Verbrauchs aus der eigenen Anlage stammt. Im Dreischichtbetrieb ist die erste Zahl sehr hoch und die zweite eher niedrig — kein Widerspruch, sondern die korrekte Beschreibung der Lage.
Eine durchlaufende Produktion hält rund um die Uhr eine hohe Grundlast. Die Anlage produziert damit zu keiner Stunde mehr, als der Betrieb ohnehin zieht; jede Kilowattstunde wird sofort verbraucht, auch samstags und sonntags. Die Eigenverbrauchsquote liegt entsprechend nahe am Maximum. Gleichzeitig sind die Nachtstunden mit Photovoltaik allein nicht zu decken — dafür gibt es keine Sonne, und ein Speicher, der eine hohe Nachtgrundlast über zwölf Stunden trägt, wäre eine andere Größenordnung von Investition. Für Dreischichtbetriebe gilt deshalb die Faustregel: Die Anlage darf groß sein, der Speicher braucht einen anderen Rechtfertigungsgrund als den Eigenverbrauch.
SchichtmodellDeckung WinterhalbjahrDeckung SommerhalbjahrEigenverbrauchsquote, TendenzWo der Verlust entstehtEinschicht, ca. 6–15 Uhrsehr gut, Erzeugungsfenster liegt in der Schichtlückenhaft, Anlage läuft nach Schichtende weitermittelSommernachmittage und Abende, WochenendeZweischicht, ca. 6–22 Uhrsehr gutsehr gut, Spätschicht fängt den Nachmittag aufhochfast ausschließlich Wochenende und BetriebsruheDreischicht, durchgehendvollständigvollständigsehr hochkaum Verlust, dafür bleibt der Nachtbedarf beim Netzbezug
Die Tendenzangaben sind Größenordnungen aus der Projektpraxis und ersetzen keine Auswertung Ihres Lastgangs. Wie Sie dabei vorgehen und welche Daten Sie beim Netzbetreiber anfordern, steht im Beitrag zum Lastgang vor der PV-Planung.
Samstagsbetrieb und Betriebsferien: die beiden übersehenen Größen
In den meisten Wirtschaftlichkeitsrechnungen, die uns Betriebe vorlegen, stehen ein Jahresverbrauch und ein Schichtmodell. Was fehlt, sind die Abweichungen vom Regelfall — und die entscheiden über mehrere Prozentpunkte Eigenverbrauchsquote.
Samstagsbetrieb wirkt stärker, als die reine Stundenzahl vermuten lässt. Ein Betrieb, der samstags eine Frühschicht fährt, deckt sechs statt fünf von sieben Erzeugungstagen ab. Wer umgekehrt freitags mittags die Tore schließt, verschenkt einen halben Sommerfreitag und zwei volle Wochenendtage. Rechnen Sie ohnehin anfallende Samstagsschichten deshalb mit ein — als Bewertungsfaktor, nicht als Argument für Mehrarbeit.
Betriebsferien sind der teuerste übersehene Posten, und zwar wegen ihrer Lage im Kalender. Die Weihnachtsschließung zwischen den Jahren kostet fast nichts: In diesen Tagen liefert die Anlage ohnehin wenig. Zwei Wochen Werksferien im Juli oder August treffen dagegen die ertragsstärksten Tage des Jahres.
Rechenbeispiel, wieder mit den Annahmen von oben: Auf die zwei Sommerwochen entfallen bei einer 100-kWp-Anlage grob 5 % des Jahresertrags, also rund 4.750 kWh. Fällt der Verbrauch in dieser Zeit auf die Grundlast und gehen vier Fünftel der Erzeugung ins Netz, sind das etwa 3.800 kWh, die statt 22 ct nur 5,44 ct bringen — rund 630 € Differenz in zwei Wochen. Das rechtfertigt keine Verlegung der Werksferien, wohl aber die Überlegung, ob Wartungs- und Reinigungsarbeiten, Trocknungsprozesse oder das Laden des Fuhrparks bewusst in diese Zeit gelegt werden. Dasselbe gilt für Anlagenstillstände, Inventur- und Brückentage: im Frühjahr oder Herbst kosten sie deutlich weniger als im Hochsommer.
Vom Schichtplan zur Anlagengröße
Die verbreitete Auslegung nach Jahresverbrauch führt im Gewerbe regelmäßig in die Irre, weil sie den zeitlichen Verlauf ignoriert. Zwei Betriebe mit identischem Jahresverbrauch, einer im Einschicht- und einer im Dreischichtbetrieb, brauchen unterschiedlich große Anlagen — und der Dreischichtbetrieb die größere.
Die maßgeblichen Kennzahlen aus dem Lastgang sind die mittägliche Werktagslast und die Grundlast, also der Wert, den der Verbrauch auch nachts und am Wochenende nicht unterschreitet. Daraus lässt sich die Größenordnung ableiten:
- Einschichtbetrieb: Orientieren Sie sich eng an der mittäglichen Werktagslast. Jedes zusätzliche kWp darüber hinaus erzeugt überwiegend Einspeisemenge, weil die Überschussstunden bereits vorhanden sind und nicht kleiner werden.
- Zweischichtbetrieb: Hier darf die Anlage über die Mittagslast hinausgehen, solange Sie das Wochenende im Blick behalten. Die Spätschicht nimmt Nachmittag und Abend auf, der begrenzende Faktor ist die Betriebsruhe, nicht die Tageslast.
- Dreischichtbetrieb: Die Anlage darf am größten ausfallen. Weil die Grundlast auch samstags, sonntags und nachts trägt, gibt es kaum Stunden, in denen die Erzeugung die Last übersteigt. Erst wenn die Anlagenleistung in die Nähe der sommerlichen Mittagslast kommt, entstehen überhaupt nennenswerte Überschüsse.
Begrenzt wird die Größe in der Praxis von drei Dingen: der nutzbaren Dachfläche und ihrer Statik, dem Netzanschlusspunkt und der Frage, ab welcher Leistung Direktvermarktung und weitere Betreiberpflichten greifen. Eine erste Größenordnung lässt sich überschlagen; die belastbare Auslegung entsteht danach am Lastgang. Welche Rahmenbedingungen im produzierenden Gewerbe darüber hinaus eine Rolle spielen, haben wir im Beitrag zu Photovoltaik für produzierendes Gewerbe zusammengestellt.
Verschiebbare Lasten: die Quote heben, ohne zu investieren
Bevor über zusätzliche Technik gesprochen wird, lohnt der Blick darauf, welche Verbraucher zeitlich beweglich sind. Verschiebbar ist ein Prozess, wenn er einen Puffer hat — thermisch, pneumatisch oder als Zwischenlager — und wenn er nicht taktgebunden in der Fertigungslinie hängt. In produzierenden Betrieben finden sich typischerweise:
- Trocknungsprozesse. Lack- und Pulverbeschichtungstrockner, Bauteiltrocknung, Trocknung von Kunststoffgranulat. Hoher Anschlusswert, oft von der Fertigung entkoppelbar.
- Druckluft. Kompressoren lassen sich über das Behältervolumen und das Druckband in Grenzen steuern: tagsüber auf den oberen Druckwert fahren, nachts das Band absenken. Die Hebel und ihre Grenzen beschreiben wir im Beitrag zu Druckluft und Kompressoren.
- Ladevorgänge. Staplerflotten, Fuhrpark und Mitarbeiterladepunkte sind die am leichtesten verschiebbare Last überhaupt — was über Nacht steht, kann ebenso gut über Mittag laden, wenn Lastmanagement und Schichtwechsel es zulassen.
- Kälteerzeugung. Kaltwassersätze, Kühl- und Tiefkühlräume haben thermische Trägheit. Vorkühlen über Mittag und Absenken am Abend ist in vielen Anlagen möglich, sofern die Temperaturbänder es hergeben.
- Reinigungsprozesse. Teilewaschanlagen, Bad- und Anlagenreinigung, Aufheizen von Reinigungsbädern. Diese Arbeiten liegen oft am Schichtende oder nachts und lassen sich häufig in die Mittagsstunden ziehen.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens ist nicht jede Last frei verschiebbar: Taktzeiten, Prozessqualität, Personalverfügbarkeit und betriebliche Vereinbarungen setzen Grenzen, und eine Verschiebung, die die Produktion stört, ist auch dann falsch, wenn sie rechnerisch aufgeht. Zweitens braucht die Steuerung ein Energiemanagementsystem, das Freigaben anhand des tatsächlichen Überschusses erteilt statt nach starrem Zeitplan.
Speicher: bei welchem Schichtmodell er trägt
Ein Speicher verdient sein Geld über zwei Wege: verschobenen Eigenverbrauch und Kappung der Lastspitze, die in den Leistungspreis Ihres Netzentgelts eingeht. Für den Eigenverbrauch gilt eine einfache Logik: Ein Speicher kann nur einlagern, was sonst eingespeist würde, und nur ausspeichern, wofür später Bedarf besteht. Beides muss zutreffen.
Im Einschichtbetrieb ist der Fall für den Eigenverbrauch am klarsten: Es gibt im Sommer regelmäßig Nachmittagsüberschuss, und es gibt eine Restlast am Abend und in der Nacht. Beides ist allerdings begrenzt, weil nach Schichtende nur Grundlast bleibt. Der Speicher fällt entsprechend klein aus und muss über die Lastspitzenkappung mitverdienen, um interessant zu werden.
Im Zweischichtbetrieb ist der Eigenverbrauch an Werktagen bereits so hoch, dass wenig zum Speichern übrig bleibt. Das Ladepotenzial liegt hauptsächlich am Wochenende — dann allerdings ohne nennenswerte Entladung, weil der Betrieb steht. Hier trägt ein Speicher fast ausschließlich über Peak Shaving, nicht über die Eigenverbrauchserhöhung.
Im Dreischichtbetrieb ist die Ausgangslage paradox: Der Nachtbedarf wäre da, aber es gibt tagsüber nichts, um den Speicher zu füllen, solange die Anlagenleistung unter der Mittagslast bleibt. Pro gespeicherter Kilowattstunde rechnet sich die Batterie hier am schlechtesten, während sich jedes zusätzliche kWp Modulleistung am besten rechnet. Die Reihenfolge lautet deshalb: erst die Anlage so groß bauen, wie Dach, Statik und Netzanschluss es zulassen — und über einen Speicher erst danach sprechen, dann vorrangig unter dem Gesichtspunkt der Lastspitze. Die Rechengrößen dazu finden Sie im Beitrag zu Wirtschaftlichkeit und Amortisation von Gewerbespeichern.
Was der Kabinettsentwurf zur EEG-Novelle für Schichtbetriebe bedeutet
Nach dem Kabinettsentwurf vom 29. Juli 2026 — der Bundestag berät ab September, der Bundesrat steht aus, geltendes Recht ist er noch nicht — soll die feste Einspeisevergütung für Neuanlagen ab dem 1. Januar 2027 entfallen. Vorgesehen sind stattdessen eine Übergangszahlung von 5,2 ct/kWh für höchstens 36 Monate, ein Direktvermarktungsbonus von 1,50 ct/kWh für höchstens 48 Monate bei Anlagen unter 25 kW sowie ein einheitlicher anzulegender Wert von 6,2 ct/kWh. Die Umstellung soll gestaffelt greifen: 2027 für Anlagen unter 50 kW, 2028 unter 25 kW, 2029 unter 7 kW.
Für Schichtbetriebe am relevantesten ist ein anderer Punkt des Entwurfs: ein dauerhaftes Limit von 50 % auf die Einspeiseleistung neuer Gebäudeanlagen unter 100 kW. Wichtig für das Verständnis — begrenzt würde die eingespeiste Leistung in Kilowatt, nicht der Jahresertrag. Für einen Betrieb mit hoher Eigenverbrauchsquote wäre eine solche Regel wenig bindend, denn was ohnehin im Haus bleibt, wird gar nicht erst eingespeist. Je gleichmäßiger Ihr Lastprofil über den Tag verteilt ist, desto weniger würde Sie eine Deckelung der Einspeiseleistung berühren. Für Bestandsanlagen ändert sich nach dem Entwurf nichts — sie bleiben unberührt.
Der Entwurf verstärkt damit die Richtung, die für Gewerbebetriebe ohnehin gilt: Wer auf Eigenverbrauch auslegt statt auf Einspeisung, ist gegen Änderungen im Vergütungsregime am besten abgesichert. Investitionsentscheidungen sollten Sie dennoch auf das Recht stützen, das zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gilt.
Häufige Fragen
Ab welcher Eigenverbrauchsquote lohnt sich eine Gewerbeanlage?
Eine feste Schwelle gibt es nicht, weil das Ergebnis von Ihrem Bezugspreis, den Investitionskosten und der Finanzierung abhängt. Die belastbare Aussage lautet anders herum: Je größer der Abstand zwischen Bezugspreis und 5,44 ct Einspeisevergütung, desto stärker wirkt jeder Prozentpunkt Eigenverbrauch. Bei den Annahmen aus dem Rechenbeispiel oben sind es unter dem Strich 16,56 ct je verschobener Kilowattstunde. Rechnen Sie diesen Wert mit Ihren eigenen Zahlen aus — er ist aussagekräftiger als jede pauschale Prozentschwelle.
Wir fahren Dreischicht mit Schwerpunkt Nacht — lohnt sich Photovoltaik überhaupt?
In der Regel ja, und häufig besser als bei Tagbetrieb. Selbst wenn der Verbrauchsschwerpunkt nachts liegt, existiert tagsüber eine Grundlast, die die gesamte Erzeugung aufnimmt. Die Eigenverbrauchsquote ist dann sehr hoch, der Autarkiegrad bleibt niedrig — aber wirtschaftlich zählt die erste Zahl. Was Sie nicht erwarten sollten, ist eine nennenswerte Nachtdeckung aus der Anlage — dafür wäre ein Speicher in einer anderen Größenordnung nötig.
Sollten wir Schichtzeiten an die Sonne anpassen?
Nein, das ist in aller Regel der falsche Hebel. Schichtmodelle folgen Auftragslage, Personal und Tarifverträgen, nicht dem Sonnenstand. Sinnvoll ist der umgekehrte Weg: Das Schichtmodell ist gesetzt, die Anlage wird darauf ausgelegt. Beweglich sind die einzelnen Lasten innerhalb der Schicht — Trocknung, Kälte, Laden, Reinigung — dort liegt das realistische Potenzial.
Was passiert bei Kurzarbeit oder stark schwankender Auslastung?
Schwankende Auslastung senkt die Eigenverbrauchsquote, und zwar dann am stärksten, wenn die Stillstände in die ertragsstarken Monate fallen. Für Betriebe mit ausgeprägter Saisonalität ist es deshalb sinnvoll, die Anlage eher an der schwachen als an der starken Periode auszulegen und die Größe im Zweifel etwas konservativer anzusetzen. Ein Lastgang über zwölf Monate zeigt diese Schwankung; eine Hochrechnung aus einem einzelnen Monat tut es nicht.
Wie Sie den nächsten Schritt setzen
Der Weg ist in jedem Schichtmodell derselbe: Lastgang beschaffen, Betriebszeiten inklusive Samstagen, Ferien und Stillständen einzeichnen, daraus die Anlagengröße ableiten und erst danach über Speicher und Lastverschiebung entscheiden. Better Energy hat 582 Projekte umgesetzt, sitzt in Mainz und arbeitet schwerpunktmäßig in Rheinhessen und im Rhein-Main-Gebiet — von der 46,8-kWp-Anlage in Bad Kreuznach bis zu 256,5 kWp in Appenweier. Was für Ihren Betrieb sinnvoll ist, klärt sich an Ihren eigenen Verbrauchsdaten: Eine erste Einschätzung liefert der Solar-Rechner, einen Überblick über unser Vorgehen im gewerblichen Bereich die Seite für Unternehmen, und für ein Gespräch über Ihren Lastgang erreichen Sie uns über die Kontaktseite.













